Dem sog. Chef mal so richtig schön in die Eier
Ihr wisst es vielleicht oder auch nicht, im Moment habe ich einen Job als studentische Hilfskraft an der TU-Berlin. Wer meine Tweets liest weiß, dass der Job vielleicht nicht so viel Spaß macht wie er Spaß machen könnte. Heute hat es mein sogenannter Chef allerdings ein bisschen übertrieben, was mich zu einer Mail an meinen tatsächlichen Chef veranlasst hat. Das geht glücklicherweise, da ich nicht an der TU-Berlin angestellt bin, sondern an einer anderen Institution, die mich an die TU quasi ausgeliehen hat.
Ich poste das hier aus zwei Gründen: Einmal den persönlichen Spaß den es mir macht und dann aber auch, weil es wichtig ist, dass man sich nicht jeden Scheiß gefallen lässt. Oft genug regt man sich über die Personen die einen eigentlich verantwortlich zum Arbeiten motivieren sollen einfach nur auf, irgendwann ist der Bogen allerdings überspannt. Ich weiß, mit nem 400-Euro Studentenjob hab ich vielleicht leicht reden, aber wenn man auf der anderen Seite eine Klima schaffen würde, dass es Personen in Verantwortungspositionen schwierig macht über die Stränge zu schlagen, wäre allen wahrscheinlich geholfen.
Sollte ich den Job in irgendeiner Form behalten, werde ich berichten was passiert ist.
Ich möchte noch darauf hinweisen, dass alle Namen von mir geändert worden sind.
Sehr geehrter Herr Müller,
am Montag, den 15.2.2010 beauftragte mich Herr Simons damit, im […]archiv […] Ausgaben der „Frankfurter Zeitung“ sowie der „Vossischen Zeitung“ nach einem Artikel zum Thema Forschungsnothilfe zu durchsuchen. Er schloss die Bitte an, mich mit ihm am 16.2. nach meiner Recherche mit ihm in seinem Büro […] zu treffen um meine Recherche-Ergebnisse abzuliefern.
Am 16.2. erschien ich gegen 13:30 im […]archiv und startete meine Recherche. Diese ergab leider nichts, worüber ich Herrn Simons gegen 17:00 Uhr, nachdem das […]archiv geschlossen hatte, telefonisch informierte. Herr Simons präzisierte darauf noch einmal in genervtem Ton seinen Recherchewunsch, worauf ich erwiderte am 17.2. noch einmal das […]archiv aufzusuchen und nach den gewünschten Artikeln zu recherchieren.
Am 17.2. erschien ich gegen 14:30 im […]archiv. Hier wiesen mich die beiden Mitarbeiterinnen des Archivs darauf hin, dass Herr Simons bei ihnen angerufen und sich über mich informiert hatte. Insbesondere erfragte er hierbei: Wann ich am 16.2. das […]archiv betreten hätte, wann ich es verlies und welche Medien ich entliehen hätte. Weiterhin versuchte er in Erfahrung zu bringen ob ich am 17.2. im […]archiv bereits erschienen wäre und ob es für den 17.2. Bestellungen oder Ausleihen auf meinen Namen gäbe.
Die beiden mir namentlich bekannten Mitarbeiterinnen des […]archivs beschrieben Herrn Simons in seinem Gesprächsstil als forsch und unfreundlich. Es ist nur ihrem hohen Sinn für den Datenschutz zu verdanken, dass die Mitarbeiterinnen des […]archivs Herrn Simons die Auskunft verweigerten, unabhängig davon, dass sie kein Buch darüber führen, wer wann das […]archiv betritt und verlässt.
Meine zweite Recherche am 17.2. ergab desweiteren nichts, da die von Herrn Simons angegebene Ausgabe der “Vossischen Zeitung” nicht existierte und der von Herrn Simons gesuchte Artikel in der angegebenen Ausgabe der “Frankfurter Zeitung” nicht zu finden war.
Durch Herrn Simons Spionage und das dadurch zum Ausdruck gebrachte Misstrauen mir gegenüber, sehe ich das Arbeitsverhältnis zwischen ihm und mir massiv und nachhaltig gestört. Daher bitte ich Sie, mich im Rahmen meines bis zum 31.7.2010 laufenden Vertrages mit […] von der Mitarbeit mit Herrn Simons zu befreien und für eine andere Tätigkeit einzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Christopher Lauer