So, ich bins jetzt leid, das mit der Abstimmung das NES betreffend ist ja gründlich in die Hose gegangen, so fünf Leute haben sich beteiligt, das ist ja überhaupt nicht repräsentativ. Das oben gezeigte Video gefällt mir aber einfach besser, deswegen gewinnt der Macher die NES, muss mal gucken wie ich den jetzt anschreibe. Achja, das Video wurde auch öfter geguckt, ich hoffe ihr guckt es euch auch nochmal an und empfehlt es euren Freunden. Ich freue mich natürlich auch weiterhin über Videos zum Thema, auch wenns dafür wahrscheinlich kein NES geben wird, aber vielleicht ein Eis.
Erläuterungen zur Distanzierung des Berliner Vorstands von Aaron Koenig
Am gestrigen Sonntag nahm ich direkt nach der Marina Kassel (nochmal großes Lob an die Organisatoren, es war echt super und mal dringend nötig) an der Vorstandssitzung des Berliner Landesvorstands teil. In der Vorstandssitzung wurde, aus Anlass des Antrags des Hamburger Landesvorstands bezüglich Aarons neuster Entgleisungen, eine eigene Distanzierung des Berliner Landesverbandes von Aaron Koenig beschlossen.
Aaron Koenig, kritisch ediert
Aaron Koenig hat sowohl in seinen Blogbeiträgen zum Artikel „Respekt für die Schweiz!“, als auch in der Bundesvorstandstelefonkonferenz vom 3.12.2009 mehrfach betont, er sei total falsch verstanden worden und es wäre ja alles nicht so gemeint gewesen wie es dann verstanden worden ist.
Warum Aaron Koenig nicht als Privatperson sprechen kann
In der Diskussion um Aaron Koenigs nunmehr vier unsägliche Blogbeiträge zum Thema Volksentscheid in der Schweiz, die ihn meiner Meinung nach als Dampfplauderer und intellektuelles Leichtgewicht entlarven, fällt mir immer wieder ein in verschiedenen Abwandlungen angebrachtes Argument auf, um Aaron zu verteidigen. Es geht ungefähr so: „Ich bin zwar nicht Deiner Meinung, aber es gibt das Recht auf freie Meinungsäußerung, deswegen darfst Du Deine Meinung sagen, das ist Meinungsfreiheit.“ Das Problem bei dieser Argumentation ist, dass aneinander vorbei geredet wird.
Ich glaube niemand möchte Aaron verbieten öffentlich seine Meinung kund zu tun. Es wird ja nicht an Aaron kritisiert, dass er seine Meinung äußert, sondern dass er bei seiner Meinungsäußerung als Beisitzer des Bundesvorstands der Piratenpartei Deutschland wahrgenommen wird. Es kommt hier also auf den Kontext an, in dem der Sender der Botschaft, Aaron, von den Empfängern wahrgenommen wird. Die Diskussion entsteht dadurch, dass Aaron eine Meinung vertritt, die sehr viele andere Menschen und Mitglieder der Piratenpartei nicht teilen.
Das streift die Frage des Öffentlichen und Privaten und inwieweit es diese Abtrennung noch gibt, wenn man eine Person des öffentlichen Lebens ist. Meiner Meinung nach ist Aaron dies durchaus. Er ist Beisitzer im Bundesvorstand einer Partei mit über 10.000 Mitgliedern, er ist im Bundestagswahlkampf öffentlich aufgetreten und hatte keine Probleme damit, sich vor der Kamera zu zeigen. Er selbst bezeichnet sich als „Medienpirat im Bundesvorstand der Piratenpartei“. Man kann von einem erwachsenen Menschen verlangen, dass er sich vor der Wahl in ein solches Amt reiflich Gedanken darüber macht, welche Konsequenzen es für sein Privatleben haben kann. Auf dem Parteitag gerierte er sich als Medienprofi, der nicht den Eindruck machte, er wüsste nicht, was Öffentlichkeit und vor allem mediale Öffentlichkeit bedeutet.
Wenn Aaron also in seinem Blog, welches öffentlich ist, seine Meinung vertritt, dann tut er das auch als Amtsträger der Piratenpartei. Die Mitglieder der Piratenpartei haben ihn beim letzten Bundesparteitag gewählt, ihm somit ihr Vertrauen geschenkt. Sie haben ihn in die erste Reihe geschickt und damit beauftragt, die Piratenpartei nach außen hin zu vertreten. Daher wird jede öffentlich getätigte Aussage Aarons, auch wenn sie im Blog als Privatmeinung deklariert ist, mit seinem Amt und der Piratenpartei assoziiert.
Hinzu kommt, dass er seine Meinung auf einem Politikblog veröffentlicht. Er, als Mitglied des höchsten Organs einer Partei äußert sich in einem politischen Blog politisch. Es geht nicht um die neusten Apps fürs Smartphone, es geht nicht um Kuchenrezepte, es geht auch nicht um Strickmuster, es geht um Politik. Meines Erachtens gibt es spätestens hier keine Trennung mehr zwischen dem Privatmann Aaron Koenig und dem Bundesvorstand Aaron Koenig. Weiterhin hat er sich in seinem Blog durchaus zu Vorgängen in der Partei, wie zum Beispiel Bodo Thiesen, oder dem Bundestagswahlergebnis, geäußert. Wenn man bösen Willen unterstellen wollte könnte man jetzt behaupten, Aaron sucht sich je nach Großwetterlage aus, ob seine Äußerungen im Blog als Privatmeinung oder Amtsträgermeinung wahrgenommen werden sollen. Das man dies als Sender gar nicht bestimmen kann, mal ganz außer Acht gelassen.
Ums nochmal ganz deutlich zu sagen: Es kommt immer auf den Kontext an in dem eine Person etwas von sich gibt und wie sie als Sender gelabelt ist. Einfaches Beispiel: Neulich habe ich „Mehr nukleare Erstschläge!“ getwittert. Da ich weder die Fähigkeit noch die Möglichkeit noch den Willen besitze, einen nuklearen Erstschlag auszuführen, entsteht durch diesen Tweet beim geneigten Leser Schmunzeln oder Ablehnung, weil er meine Art Humor teilt oder nicht teilt. Würde der Präsident oder ein hoher Militär einer Nuklearmacht „Mehr nukleare Erstschläge!“ twittern, erscheint dies direkt in einem anderen Licht.
Darüber hinaus fallen in der Öffentlichkeit Aarons Meinungsäußerungen und deren Interpretationen auf die gesamte Partei zurück. Denn ob Privatperson oder Amtsträger: Wir Piraten müssen uns die Frage stellen und gefallen lassen, warum wir jemanden mit so wenig politischem Gespür, sowenig Feingefühl und so kruden Ideen über den Islam nach nur zwei Wochen Mitgliedschaft in ein so hohes Amt gewählt haben. Wenn wir etwas daraus lernen sollten, dann hoffentlich doch das, dass wir Amtsträger in Zukunft doch etwas gründlicher abklopfen, bevor wir den Stefan im Sack kaufen.